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Sehenswert:

Die Stiftskirche in Oberkaufungen ist eines der kunstgeschichtlich und historisch bedeutendsten Bauwerke Nordhessens. Zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 17.und 18. Jhdt. prägen das Gesicht des Dorfes.

Weiter: Regionalmuseum „Alte Schule“ mit Mitmach-Haus - Bergwerkmuseum „Rossgang“ - Museumsschmiede - Ziegelei Oberkaufungen.

Wissenswertes für Radfahrer:

Naherholungsgebiet und Freizeitpark Steinertsee.

 

Erholungs- und Freizeitpark „Steinertsee“

Grüne Freizeit-Oase und zugleich Bindeglied zwischen Ober- und Niederkaufungen ist der durch mehrere Fußwegeverbindungen leicht von den Ortsteilen erreichbare Erholungs- und Freizeitpark "Steinertsee".
Es war ein weiter Weg vom ehemaligen Braunkohleabbau über eine Müllkippe bis zum heutigen Naherholungsgebiet.
Die fast 400-jährige Bergbautätigkeit in Kaufungen, in der rund 4,5 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert wurden, hat Spuren hinterlassen. Von 1955 bis 1967 wurde der Tief- und Tagebau Steinertfeld aufgeschlossen und ausgekohlt. Die Zeche Freudental, zur Rekultivierung verpflichtet, übertrug die Verfüllung des Geländes an die Stadt Kassel für deren städtische Müllabfuhr. Das 87000 qm große Gelände war so von 1960 bis 1968 Großmüllkippe für 200 000 Einwohner (bis 1975 wurde noch Asche aus der Müllverbrennungsanlage der Stadt Kassel abgelagert) mit zeitweise schlimmen Geruchsbelästigungen in Ober- und Niederkaufungen, vor allem an schönen Sommertagen und -abenden. Unter dem Eindruck dieser Umweltbelastung reiften in den beiden Gemeinden schon früh Pläne, dort ein Erholungsgebiet einzurichten. Sie wurden schließlich von der Großgemeinde Kaufungen ab 1971 realisiert.
Die Gemeinde hat damals die Rekultivierungsverpflichtung dieser Fläche übernommen und in der Umgebung weitere Grundstücke in einer Größe von 280000 qm erworben. Sie wurden im Laufe von zehn Jahren zum Freizeit-, Sport- und Erholungspark mit insgesamt 30 ha, davon 4,5 ha Wasserflächen, ausgebaut.
Durch die tatkräftige Pionierarbeit des Angelsportvereins "Lossetal" und der Ortsgruppe Kaufungen, des Deutschen Bundes für Vogelschutz sowie vieler Kaufunger Bürger (z.B. mit einer Baumpflanzaktion) und dem Einsatz des Gemeindebauamtes ließ sich die Planung kostengünstig und in wenigen Jahren verwirklichen.
Der Erholungs- und Freizeitpark "Steinertsee" lässt sich in drei Zonen einteilen: naturnaher Bereich - Ruhezone - aktiver Freizeitbereich.
Der naturnahe Bereich ist im wesentlichen durch den Steinertsee mit seinen Ufern, Schilfzonen und dem angrenzenden Bruchwald, Heckengürtel, Brachen, Hochstaudenkulturen, Buschgruppen und zusätzlich angelegten Amphibientümpel gekennzeichnet.
Der Verlauf der nahen Losse mit seinem Altbaumbestand, das angrenzende Feuchtgebiet zwischen Rohrweg und Sandweg und schließlich der Weinberg, der Hopfenberg und weiter im Norden die Ebeskammer bilden einen hochwertigen Lebensraum für Fauna und Flora. Durch gezielte Gestaltungsmaßnahmen (Vogel-, Pflanzen- und Amphibienschutzgebiete durch den DBV) konnte bereits eine Artenvielfalt erreicht werden. Ehemals in diesem Raum unbekannte Vogelarten sind heimisch geworden, und eine Vielzahl anderer Vögel nutzen das Gebiet zur Nahrungsaufnahme und zur Rast auf dem Durchzug. Im Steinertseegebiet wurden in den letzten zehn Jahren 122 Vogelarten nachgewiesen, von denen viele gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Der Steinertsee ist somit einer der wichtigsten Lebensräume für Wasservögel im Landkreis Kassel.
Steinertsee: hochwertiger Raum für Fauna und Flora im naturnahen Bereich, mit hochwertigem vegetationsreichem Feuchtbiotop, mit Vogelschutzgebiet (Auenwald), mehrere Flachtümpel - Amphibienschutzgebiet - und Feuchtgräben.
10 Vereine wurden in diesem Gebiet durch Überlassung von Flächen und Gebäuden für eigene Vereinseinrichtungen gefördert (2 Sportvereine , 2 Reitervereine, Tennisclub, Schützenverein, Vogelschutzgruppe, Angelsportverein, Modelleisenbahn, Arbeitsgemeinschaft Kaufunger Vereine).
Im Freizeitpark stehen folgende Einrichtungen zur Verfügung:

• etwa 4,5 ha Wasserfläche einschl. Fischaufzuchtteich
• angelegte Spazier- und Wanderwege von ca. 2,5 km Länge
• Reitwege
• Spielflächen für Kinder
• Flächen für den Freizeitsport auf allen Grün- und Rasenanlagen
• Schlitten- und Radfahrhügel
• zwei Parkplätze an den Eingängen mit je 15 Stellplätzen
• eine Schutzhütte mit Feuerstelle
• eine Grillhütte
• Modelleisenbahn zum Mitfahren (Info über den Modelbahnclub Kassel 0172/5628182 oder unter www.steinertsee-kaufungen.com)

 

Die Lossetalbahn

Die Lossetalbahn ist ein Teil der ehemaligen Eisenbahnverbindung Kassel-Eschwege. Sie führt von Kassel-Bettenhausen über Kaufungen-Papierfabrik, Niederkaufungen, Oberkaufungen und Helsa nach Hessisch-Lichtenau. Von dort verläuft die Strecke weiter in Richtung Walburg und Hirschhagen.
Mitte der 80er Jahre wurde der Personenverkehr stillgelegt. Seit dem wurde die Strecke nur noch von Braunkohleganzzügen für das Kraftwerk "Neue Mühle" in Kassel und von einigen Nahgüterzügen zur Bedienung diverser Industriebetriebe befahren.
Anfang der 90er Jahre entstand die Idee, die Strecke im Abschnitt Kassel - Hessisch Lichtenau grundlegend zu sanieren und ans Kasseler Straßenbahnnetz anzuschließen.
Als erster Schritt zur Realisierung ging die Strecke von Kaufungen-Papierfabrik bis nach Hessisch Lichtenau von der DB Netz in den Besitz der Regionalbahn Kassel GmbH (RBK), einem gemeinsamen Unternehmen aus Kasseler Verkehrsgesellschaft AG und Kassel-Naumburger-Eisenbahn AG (KNE), über.
1997 wurde mit den Bauarbeiten des ersten, innerstädtischen Teilstücks von der Straßenbahn-Endhaltestelle Lindenberg bis nach Kaufungen-Papierfabrik begonnen. Diese Strecke ging im Oktober 1998 in Betrieb.
Im Frühjahr 1999 begannen die Bauarbeiten für den anschließenden Streckenabschnitt Kaufungen-Papierfabrik bis nach Helsa.
Zum 1. Juni 2001 wurde die Straßenbahnverbindung zwischen Kassel und Kaufungen bis Helsa in Betrieb genommen.
Insgesamt sind ab Kaufungen-Papierfabrik 8 neue Haltestellen entstanden.
Im einzelnen sind dies Industriestraße, Niederkaufungen Mitte, Bahnhof Niederkaufungen, Rieckswiesen, Gesamtschule, Stadion, Bahnhof Oberkaufungen und DRK-Klinik. Die nächste Haltestelle ist in Helsa.
Um die Lossetalbahn möglichst schnell und störungsfrei betreiben zu können, war der Aufbau von hoch komplexen technischen Einrichtungen nötig, die für den Laien kaum zu erkennen sind. So war es u.a. erforderlich, ein vollständig neues Signalsicherungssystem für die Züge aufzubauen, damit auch die eingleisigen Strecken und die vielen Übergange sicher befahren werden können. Die gesamte Steuerung des Betriebes erfolgt über die Leitstelle der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft in Kassel-Wilhelmshöhe. Von dort aus werden die Züge geleitet und im Störungsfalle die erforderlichen Ersatzmaßnahmen ergriffen.
Die Lossetalbahn fährt zu den Verkehrsspitzenzeiten im 1/4-Stunden-Takt und in der Schwachverkehrszeit ein 1/2-Stunden-Takt. Die Fahrzeit für die umsteigefreie Verbindung zwischen Bahnhof Oberkaufungen und dem Königsplatz in Kassel dauert etwa 30 Minuten.
Insgesamt wurden vom Land Hessen und der Regionalbahn Kassel in die Straßenbahn zwischen Kassel und Kaufungen/Helsa mehr als 25 Mio. € investiert. Diese sind gut angelegt, weil das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Die Lossetalbahn hat die Nahverkehrsstruktur der Gemeinde Kaufungen wesentlich verbessert.

  
 
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