Entstehung / Geschichte
Erste urkundliche Erwähnung als „Königshof“ 1011,
in dessen Bereich Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde 1017
ein Benediktinerinnenkloster gründeten. Wurde 1532 der Hess. Ritterschaft
zur Nutzung übergeben. 15. / 16. Jhdt. wirtschaftlich bedeutende
Glashütten, Töpfereien und Ziegeleien. 16. Jhdt. Messingmühlen
und Kupferhämmer. Bis 1971 Bergbau auf Braunkohle, Oberkaufungen
und Niederkaufungen mit Papierfabrik zur Gesamtgemeinde Kaufungen.
Heutige Bedeutung
Am Naturpark Kaufunger Wald-Söhre liegt im Naheinzugsgebiet der
Stadt Kassel die rund 13.500 Einwohner starke Gemeinde Kaufungen. Die
unmittelbare Lage an der B7, die wichtigste Verbindung zwischen Ost- und
Westdeutschland, verschafft der Gemeinde Bedeutung. Die gute Wohnqualität
mit einem hohen Freizeitwert wird allseits geschätzt.
Kaufungen - Eine Gemeinde mit beispielhafter Entwicklung
Kaufungen erstreckt sich im Osten des Kasseler Beckens im Lossetal, dicht
vor dem sanft ansteigenden Buntsandsteinbergland des Kaufunger Waldes
und der Söhre. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Oberkaufungen
und Niederkaufungen mit Papierfabrik, die sich am 1.12 1970 freiwillig
zusammenschlossen. In ihr leben etwa 13.500 Menschen. Die Gründung
geht auf einen in »coufunga« (Oberkaufungen) gelegenen Königshof
zurück (die Urkunde stammt von 1011); Kaiser Heinrich II ließ
hier ein Benediktinerinnenkloster errichten. Unter Landgraf Philipp dem
Großmütigen wurde das Kloster 1527 aufgelöst und der Hessischen
Ritterschaft zur Nutzung übergeben. Nur Geringes davon ist heute
noch erhalten, einzig der stattliche Bau der Stiftskirche (1025) überragt
das Tal der Losse. Mit der St. Georgskapelle befindet sich das älteste
Gotteshaus Nordhessens in Kaufungen. Eine Vielzahl von Waldglashütten,
die Kupferverarbeitung, eine der ältesten Bergbauanlagen Nordhessens,
die Papierherstellung sowie Ziegler- und Töpfereiwesen prägten
die mittelalterliche und frühneuzeitliche Wirtschaftsstruktur. Darüber
hinaus spielte der Braunkohlebergbau bis in die Gegenwart eine wichtige
Rolle. Das heutige Kaufungen ist das Ergebnis jahrzehntelanger Planung
mit dem Ziel, das ureigene Gesicht und die Natur zu erhalten. Dazu war
ein langandauernder Lernprozess notwendig, um sich mit dem eigenen »räumlichen
und sozialen Gebilde Dorf« zu identifizieren. Dies führte zunächst
zu einer Stärkung der beiden Ortskerne im Rahmen des in den 70er
und 80er Jahren durchgeführten Dorferneuerungsprogramms. In dieser
Zeit wurden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an den alten
Fachwerkhäusern durchgeführt. Die Gestaltung von Plätzen
nimmt besonderen Raum ein: Brunnen, Bäume und Bänke lassen das
Gesamtbild aus vergangenen Jahrhunderten wieder erstehen und erweisen
sich als beliebte Treffpunkte. In den letzten Jahrzehnten sind durch verstärkten
Zuzug neue Wohngebiete entstanden. Damit einher gingen Umbaumaßnahmen
an zahlreichen Straßen. Es entstand eine Ortsdurchfahrt, die neben
dem Kfz-Verkehr gleichermaßen auch dem Fuß- und Radverkehr
dient. Die Nebenanlagen (Bepflanzungen, Vorgärten) haben das Ortsbild
wesentlich verbessert. Im stadtnahen ländlichen Raum kommt dem Nahverkehr
eine besondere Bedeutung zu. Nach Stilllegung des Personenverkehrs auf
der Bahnstrecke Kassel-Waldkappel-Eschwege wurde das Projekt Lossetalstraßenbahn
betrieben. Seit 2001 fährt die Straßenbahn von Kassel über
Kaufungen nach Helsa und seit 2006 wird Hessisch Lichtenau erreicht. Um
die alten Ortskerne langfristig zu stärken, wurde auf ein Ortszentrum
zwischen den Ortsteilen zugunsten des Wohnungsbaus mit der dazugehörigen
Infrastruktur verzichtet. Die Integrierte Gesamtschule, zwei Grundschulen
und die 1995 in Betrieb genommene Stützpunktfeuerwache sowie die
barrierefreien Wohnungen mit Altenbegegnungsstätte stellen markante
städtebauliche Objekte dar. Die Wirtschaftsstruktur basiert auf zahlreichen
Handwerks-, Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsbetrieben. Auch das
Gewerbegebiet nahe der Autobahn A 7 wurde entsprechend erweitert, um die
Wirtschafts- und Finanzkraft der Gemeinde zu stärken und Arbeitsplätze
zu schaffen bzw. zu sichern. Als grüne Verbindung liegt zwischen
beiden Ortsteilen ein etwa 50 Hektar großer Freizeitpark, dessen
Kernstück der Steinertsee ist. Er bildet den Übergang zur freien
Landschaft und zum Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. Gemeinschaftseinrichtungen
haben einen besonderen Stellenwert, denn sie garantieren eine hohe Wohn-
und Lebensqualität. Die Gemeinde wurde für ihr soziales Engagement
2002 von der Landesregierung beim Wettbewerb »Familienfreundliche
Kommune« ausgezeichnet. Kultur wird großgeschrieben: Die traditionellen
»Kaufunger Konzerte«, der „Kaufunger Stiftssommer“
und ein vielfältiges Kulturprogramm werden ergänzt durch die
Angebote zahlreicher Vereine. Die Kaufunger Museen, das Regionalmuseum
»Alte Schule« mit dem „Mitmach-Haus“, das Bergwerksmuseum
»Rossgang«, Heimatfeste und Dorftage laden zu einem Besuch
ein. Enge partnerschaftliche Beziehungen bestehen mit der schwedischen
Gemeinde Ale Kommune und dem italienischen Bertinoro, seit kurzem auch
mit Budesti/Moldawien. In Kaufungen wirken viele Menschen an der Vertiefung
dieser Beziehungen mit.
Gemeindeverwaltung Kaufungen
Leipziger Str. 463
34260 Kaufungen
Telefon: 05605/802-0
Telefax: 05605/802-104
E-Mail: info@kaufungen.de
Internet: http://www.kaufungen.de
Lossetalradweg
Der Lossetalradweg verbindet das großstädtische Kassel von
der Mündung der Losse in die Fulda bis zur Quelle in Hessisch-Lichtenau.
Der idyllische Weg steht ganz im Zeichen des Fachwerkhauses. Damit ist
er der richtige Zuträger und Zubringer für Radelfreunde der
Region, die im Anschluss an ihre Erkundungen im Landkreis Kassel die Werra-Meißner-Region
besuchen wollen. Entlang der Radroute liegt das alte Kaufungen mit seiner
Stiftskirche auf dem Hügel und Helsa mit seiner Altstadt. Von Hessisch Lichtenau
aus kann der Radelfreund weiter auf die Meißner-Radtour gelangen.
Sie führt den Radler an die Werra. Hier könnten Sie dann über
den Werraradweg nach Hann. Münden zurückradeln, um so wieder
auf das Radwegenetz des Landkreises Kassel zu stoßen.
Nähere Informationen zum Thema Radwandern:
Region Kassel-Land e.V. - Touristik und Regionalentwicklung
Geschäftsstelle - Regionalbüro
Raiffeisenweg 2
D - 34466 Wolfhagen
Tel: +49 (0)5692 987 32 6 - 5
FAX: +49 (0)5692 987 32 6 - 1
e-mail: info@region-kassel-land.de
www.kassel-land.de
Amt für Struktur-, Kultur- und Sportförderung beim
Landkreis Kassel
Kasinoweg 22
34369 Hofgeismar
Tel.: 05671/8001-253
Fax.: 05671/8001-250
E-Mail: strukturfoerderung@landkreiskassel.de
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